Was genau versteht man unter Pilates ?

Pilates ist eine effektive und optimierte Krafttrainingsmethode, die Fitness, Gesundheit und Wohlbefinden gleichermaßen steigert. In jeder Trainingseinheit wird der komplette Körper bewegt. Verschiedene Ganzkörperübungen werden fließend kombiniert und in einer bestimmten Anzahl von Wiederholungen ausgeführt.

Muskelaufbau: gezielt und sinnvoll
Mit Pilates trainieren Sie nicht nur die großen, oberflächlichen Muskeln, sondern gerade auch die kleinen, weit innen liegenden, die die Wirbelsäule stützen. Die Muskeln werden nicht wie beim gewöhnlichen Krafttraining isoliert behandelt, sondern der ganze Körper kommt zum Einsatz. Jede Übung vereinigt Kräftigung und Dehnung; so entwickeln sich Kraft und Beweglichkeit in einem ausgewogenen Verhältnis. Durch die Verbindung mit dem Atemrhythmus wird die Muskelaktivität intensiviert.

Starkes Zentrum
Im Mittelpunkt aller Übungen steht die Kräftigung der Körpermitte, das heißt die Muskulatur in Becken und Taille. Aus diesem Kraftzentrum, dem so genannten „Powerhouse“, heraus wird der Körper bewegt. Es umfasst die vier Bauchmuskeln, die Beckenbodenmuskulatur und die Tiefenmuskulatur der Wirbelsäule. Die Stärkung dieser Stabilisatoren ist die Voraussetzung für einen gesunden, beschwerdefreien Rücken.

Bewusst bewegen
Im Unterschied zu herkömmlicher Gymnastik wird Pilates begleitend angeleitet. Es geht nicht nur um das präzise Umsetzen der gezeigten Bewegungen, sondern um das Schulen des Körperbewusstseins: Welche Muskeln arbeiten oder entspannen sich gerade, wie fühlt sich das an? Der Coach begleitet jede Übung mit detaillierten Hinweisen; die Gedanken können nicht abschweifen, sondern werden bei der Bewegung und im Körper gehalten. Auf diese Weise kommt auch der Kopf zur Ruhe.

Enstpannung und Stabilität
Regelmäßiges Pilates-Training stärkt die notwendige, oft schwach ausgebildete Stützmuskulatur der Wirbelsäule. Die Muskeln werden von innen heraus aufgebaut, ohne die Gelenke zu belasten. Verspannungen reduzieren sich. Gleichzeitig verbessert sich automatisch die Haltung: Man wächst förmlich. Als „Nebeneffekt“ werden Taille und Hüfte schlanker und der ganze Körper strafft sich.

Pilates-Methode: Herkunft und Entstehung
Joseph Pilates wurde 1883 in Mönchengladbach geboren. Als Sohn eines erfolgreichen Turners begann er früh, sich intensiv in Turnen, Gymnastik, Selbstverteidigung und Anatomie zu schulen. 1912 ging er nach England, wo er als Boxer und Zirkusartist arbeitete. Von 1914 bis 1920 unterrichtete Pilates im Internierungscamp die Mitgefangenen in Selbstverteidigung und erprobte die von ihm entwickelte Methode auch an Verletzten. Zurück in Deutschland trainierte er 1920 bis 1925 die Hamburger Polizei und arbeitete mit rheumatischen Patienten. 1925 wanderte Pilates nach Amerika aus. Ein Jahr später eröffnete er zusammen mit seiner Frau Clara das erste Pilates-Studio in Manhattan, wo viele Tänzer, u.a. des New York City Balletts, Unterricht nahmen oder sich nach Verletzungen in Therapie begaben. Obwohl Pilates seine Methode zunächst für sich selbst entwickelte und anfangs fast nur mit Männern arbeitete, wurde sie nach seinem Tod vorwiegend von Frauen weitergeführt und übermittelt. Das von ihm entwickelte System umfasst ca. 500 Übungen für Boden- und Gerätetraining
(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Pilates#Geschichte)

Expertenwissen: Wer hat‘s erfunden?
Wusstest Du, dass Pilates von einem Deutschen erfunden wurde? Joseph Pilates war Physiotherapeut und entwickelte das Ganzkörpertraining um 1920.
Das Ziel: Der Kern des Körpers (die Körpermitte – der größte Muskelgürtel mit vielen kleinen tiefsitzenden Muskeln, die Ober- und Unterkörper in Balance halten –) soll gestärkt werden, wodurch Bewegungen an Effektivität und Flüssigkeit gewinnen. Pilates hilft Dir also überall im Alltag, zudem ist keine besonders große Ausdauer von Nöten – vielmehr Zeit, Geduld und eine korrekte Ausübung der Bewegungen. Langfristig ist das Training eine ideale Methode für Stressabbau, zur Steigerung des Wohlbefindens und für mehr Vitalität bis ins hohe Alter.

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